6. Mai 2026

Sarah Goodwin: Der Fjord

Fesselnd mit kleinen Schwächen

Autorin Sarah Goodwin ist Spezialistin für Einzelkämpferinnen. Auch Amelia, die Hauptfigur in ihrem neuesten Thriller „Der Fjord“ ist eine, getrieben von einem einzigen Wunsch: Sie will ihre mutmaßlich in Norwegen verschollene Schwester wiederfinden. Deren Spur hat sich auf einer exklusiven Party der superreichen Familie Fowley verloren. Amelia setzt alles daran, ihr Ziel zu erreichen: die jährlich stattfindende Party ebenfalls zu besuchen. Doch die Recherche vor Ort gestaltet sich alles andere als einfach …

Als Leser*in kennt man Amelias Beweggründe von Anfang an und kann gemeinsam mit ihr rätseln, was wohl im Vorjahr passiert ist und was hinter den Kulissen geschieht. Denn unter der Oberfläche scheint es zu brodeln; der Gastgeber lässt sich kaum sehen, riegelt sein Haus hermetisch ab und Alkohol und Drogen gibt es im Überfluss. Was da eigentlich vor sich geht, wird immer undurchsichtiger und liest sich durchaus fesselnd.  Im letzten Drittel häufen sich die Twists, die leider nicht alle komplett glaubwürdig sind. Bei der ein oder anderen Charakterentwicklung hat es sich die Autorin nach meinem Geschmack etwas einfach gemacht – man sieht sie nicht kommen, aber nicht, weil das Ganze so raffiniert eingefädelt wurde, sondern weil es keinen einzigen Hinweis in die jeweilige Richtung gab. Die Auflösung hat mich nicht komplett überzeugt. Packende Spannungslektüre ist „Der Fjord“ trotzdem – mit einem etwas unpassenden Titel, denn der namensgebende Fjord spielt nur eine kleine Nebenrolle. „Die Party“ hätte es eher getroffen.


Verlag: Lübbe
Seitenzahl: 384
Erscheinungsdatum: 27. April 2026
ISBN: 978-3404196647
Preis: 13,99 € (E-Book: 4,99 €)

Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten.

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