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11. August 2021

Gesa Neitzel: Löwenherzen

Hommage an die Wildnis.

Dieses Buch ist für alle, die wissen wollen, wie es der deutschen Rangerin Gesa Neitzel nach ihrer Ausbildung im südlichen Afrika ergangen ist. Es wird jedem Spaß machen, der sich für die Tierwelt dieses Teils der Erde interessiert. Und es weckt ohne Zweifel Fernweh, mit der Autorin, ihrem Lebensgefährten Frank und Land Rover Ellie die staubigen Straßen von Botswana, Namibia und Sambia zu bereisen.


Ungefähr drei Viertel von „Löwenherzen“ habe ich sehr gerne gelesen und auch das letzte war nicht schlecht. Während Gesa Neitzel ihre Erlebnisse in Botswana und Namibia jedoch einigermaßen chronologisch zu erzählen scheint, besteht der Sambia-Teil aus eher unzusammenhängenden Fragmenten; außerdem gibt es einen beachtlichen Zeitsprung. Neitzels Safari-Schilderungen lesen sich so anschaulich wie zuvor, dennoch fand ich es schade, wie schnell und bruchstückhaft diese letzten Kapitel abgehandelt wurden.

Die Teile über Botswana und Namibia erinnern eher an Neitzels Erstling „Frühstück mit Elefanten“. Die Autorin hat ihren authentischen Stil beibehalten und vermittelt viel Wissen über Land und Tiere. Hier und da gibt sie Privates preis, wobei sie alles andere als eine Selbstdarstellerin ist. Ihre Liebe zur Wildnis und zur Beobachtung von Tieren in ihrem natürlichen Lebensraum wird auf jeder Seite ebenso deutlich wie ihr Respekt für die Natur. Immer wieder schildert Neitzel ihre Faszination, plädiert leidenschaftlich für Umweltschutz und nimmt ihre Leserinnen und Leser mit ins Abenteuer. Entstanden ist ein würdiger Nachfolger von „Frühstück mit Elefanten“, auch wenn sich ihr erstes Buch aufgrund der Fülle an neuen Erfahrungen und Erkenntnissen und der dichteren Erzählweise noch mitreißender las.

Verlag: Ullstein
Seitenzahl: 304
Erscheinungsdatum: 2. August 2021
ISBN: 978-3864931420
Preis: 16,99 € (E-Book: 14,99 €)

Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten.

27. Juni 2021

John Green: Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?

Kurioser Mix, wunderbar erzählt.

Dieser Titel hat mich gleich angesprochen – im wahrsten Sinne des Wortes. Und das auch noch sehr höflich: „Wie hat Ihnen das Anthropozän bisher gefallen?“ Tja, gute Frage. Laut Wikipedia (das wiederum einen Artikel aus der NZZ zitiert) ist das Anthropozän „[das Zeitalter,] in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist“. Es gibt verschiedene Ansätze, die den Beginn des Anthropozäns unterschiedlich datieren. Fest steht, dass es das einzige Zeitalter ist, das wir kennen. Aber was macht es eigentlich aus?


John Green nähert sich dieser Frage in kurzen Kapiteln, in denen er über Dinge, Momente und Erfahrungen schreibt, die für ihn mit dem Anthropozän verbunden sind – z.B. Klimaanlagen, Diet Dr Pepper und Jerzy Dudeks sportliche Leistung am 25. Mai 2005. Ich habe Dr Pepper noch nie getrunken und Jerzy Dudek sagte mir nichts. Aber das ist völlig egal, gerade letztere Geschichte habe ich gleich zweimal gelesen, weil sie mir so gut gefallen hat (und vermutlich auch, weil gerade EM ist und es thematisch so schön passt). Viele der Kapitel beziehen sich auf die USA, da Green ein amerikanischer Autor ist – mehrere Überschriften sagten mir gar nichts. Doch das stört beim Lesen in keiner Weise, denn von diesem Autor lässt man sich einfach gerne lesend an die Hand nehmen und zu den verschiedensten Themen dieses bunten Mixes führen.

Allerdings erzählt John Green nicht nur – er bewertet auch, nach der bewährten 5-Sterne-Skala, die wir alle aus dem Internet kennen. Sogar sein eigenes Buch ist nicht vor ihm sicher; er lässt sich kritisch über Copyrightseite, Titelseite und die Buchwerbung am Schluss aus. Ansonsten bewertet er von Kanadagänsen (zwei Sterne) über unsere Fähigkeit zu staunen (dreieinhalb Sterne) bis hin zum Halleyschen Kometen (viereinhalb Sterne) jedes Thema, das er unter die Lupe nimmt – aber erst, nachdem er es sorgsam von mehreren Seiten beleuchtet hat. Green schreibt über seine persönliche Beziehung dazu, seine Gedanken, seine Erlebnisse und reichert das Ganze mit Fakten und (zum Teil wunderbar unnützem) Wissen an. Das liest sich mal faszinierend, mal skurril, mal anrührend, macht großen Spaß und bringt gleichzeitig zum Nachdenken. Die Art, in der John Green über Emotionen schreibt, hat mich dabei an Matt Haig erinnert und mir sehr gefallen.

Apropos: Wie hat mir das Anthropozän denn nun bis jetzt gefallen? Die Antwort auf diese Frage in eine 5-Sterne-Skala zu pressen, erscheint mir unmöglich. Aber John Greens Buch, dem gebe ich viereinhalb Sterne.

Verlag: Hanser
Seitenzahl: 320
Erscheinungsdatum: 18. Mai 2021
ISBN:‎ 978-3446270558
Preis: 22,00 € (E-Book: 16,99 €)

Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten.

23. April 2021

Igor Levit und Florian Zinnecker: Hauskonzert

Pointiertes Porträt.

Zum Welttag des Buches noch ein Buchtipp von mir: Ich habe gerade „Hauskonzert“ beendet und bin begeistert. „Hauskonzert“ ist, wie auch am Ende thematisiert wird, nicht das typische „Pianistenbuch“ (wobei es zugegebenermaßen das erste Pianistenbuch ist, das ich überhaupt gelesen habe). Und es handelt auch längst nicht nur vom Klavierspielen. Themen sind eine Erfolgsgeschichte mit vielen Rückschlägen, die Rezeption von Kunst, aber auch der Umgang von Menschen miteinander. Das Ganze ist klar und schnörkellos geschrieben und macht gleichzeitig die Faszination von klassischer Musik und die Leidenschaft dafür spürbar.


Autor Florian Zinnecker ist stellvertretender Ressortleiter der Wochenzeitung "Die Zeit" und auch das merkt man „Hauskonzert“ an: Es liest sich wie ein langes, fesselndes und immer wieder auch pointiertes Porträt, das ich gar nicht mehr zur Seite legen wollte.
Dabei hatte ich mich mit Igor Levit bislang nur wenig beschäftigt und höre klassische Musik äußerst selten. Dass dieses Buch mich von Anfang an gepackt hat, lag sicher auch am ungewöhnlichen Blick hinter die Kulissen des Konzertbetriebs. Aber vor allem an der Skizzierung von Levits Person: Sie wirkt komplett authentisch, denn da wird ein Künstler mit Ecken und Kanten und Schwächen sehr menschlich beschrieben – und das im Kontext eines Jahres, das gerade für Künstler sehr schwierig war. Auch das macht den Reiz dieses Buches aus: Geplant wurde es im Dezember 2019, der Konzerttourneeplan für 2020 stand, und dass er ab Mitte März pandemiebedingt komplett umgeworfen werden würde, war noch nicht abzusehen. Levits Perspektive auf diese Zäsur – als Pianist, der sich Rang und Namen bereits erspielt hat – ist spannend zu lesen.

Und dann beschäftigen sich Igor Levit und Florian Zinnecker noch mit Themen, die so gar nichts mit Kunst zu tun haben, mit denen ersterer aber immer wieder konfrontiert wird: Antisemitismus, Rassismus, Hetze. Der Hass im Netz flammt auf, seit Levit sich zu gesellschaftspolitischen und ökologischen Themen öffentlich äußert. Was ihn dabei antreibt und wie er damit umgeht, wird in „Hauskonzert“ ebenfalls angesprochen. Und so gibt es hier Einblicke und Denkanstöße, die dieses „Pianistenbuch“ tatsächlich einzigartig machen.

Verlag: Hanser
Seitenzahl: 304
Erscheinungsdatum: 12. April 2021
ISBN: 978-3-446-26960-6
Preis: 24,00 € (E-Book: 17,99 €)

Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten.

20. Dezember 2020

Glennon Doyle: Ungezähmt

Inspirierende und sympathische Selbstvermarktung.

Die amerikanische Bestsellerautorin, Bloggerin und Rednerin Glennon Doyle hat drei autobiographische Sachbuch-Bestseller geschrieben. Ich habe nur den dritten gelesen, in dem sie aber auch von den anderen beiden erzählt: Im 2013 veröffentlichten Erstling „Carry on, warrior“ beschreibt sie, wie sie durch Schwangerschaft und Familiengründung ihre 16 Jahre andauernde Bulimie, Alkohol- und Tablettensucht überwand. Im 2016 erschienen, zweiten Buch „Love Warrior“ legt sie dar, wie sie ihre angeschlagene Ehe kittete. Und im diesem Jahr publizierten „Untamed“ (auf Deutsch: „Ungezähmt“) geht es darum, wie sie ihr wahres Glück mit ihrer neuen Ehefrau Abby Wambach gefunden und sich selbst davon freigemacht hat, allen Menschen gefallen zu wollen. Puh! Mein erster Impuls war, der Autorin zu wünschen, dass ihr Leben ab jetzt etwas ruhiger und friedlicher verläuft, auch wenn ihr dann eventuell der Stoff für weitere Bücher fehlt.


„Ungezähmt“ hat mehrere prominente Fans wie z.B. Adele, Reese Witherspoon und Emma Watson. Auch mich haben gleich die ersten Seiten fasziniert. Doyle beschreibt einen Zoobesuch, auf dem sie eine Gepardenvorführung erlebt. Das Tier hat sein ganzes Leben in Gefangenschaft verbracht, hält einen Hund für seinen besten Freund und jagt auf Kommando einem schmutzigen Stofftier nach. Doch obwohl ihm ein komplett artfremdes Leben antrainiert wurde, sieht die Autorin das Wildtier noch durchschimmern. Und vergleicht dessen Situation mit ihrer und der anderen Frauen, die darauf gedrillt wurden, zu funktionieren und die gesellschaftlichen Erwartungen zu erfüllen.

Doyle hat mit 40 Jahren alle Erwartungen enttäuscht: Nachdem sie ihre Bilderbuchfamilie mit Mann und drei Kindern offensichtlich als Bloggerin, bei Vorträgen und in ihren ersten beiden Büchern vermarktet hat, hat sie sich in eine Frau verliebt, sich scheiden lassen und neu geheiratet. Wie sie ihre Entscheidungen getroffen hat und trifft, wie sie Beziehungen pflegt und ihre Kinder zu unabhängigen Menschen erzieht – davon handelt „Ungezähmt“. Das Buch gliedert sich in drei Teile, die sehr plakativ mit „Im Käfig“, „Schlüssel“ und „Frei“ betitelt sind. Fast jedes Kapitel schildert eine Situation aus ihrem Leben oder eine Unterhaltung mit ihren Kindern, manchmal greift sie auch auf Fragen ihrer Leserinnen und Fans zurück. Vielleicht war es das, was mir „typisch amerikanisch“ vorkam: Dass die Autorin ihr Privatleben und ihre Gefühle (sowie die ihrer Kinder) dermaßen detailliert darlegt, hat mich etwas befremdet. Zwar äußert sie sich nur in höchsten Tönen und mit sehr viel Liebe und Respekt über ihre Familie, aber dennoch zerrt sie sie natürlich zumindest schreibend in die Öffentlichkeit. Doyle schont sich dabei nicht; mit sich selbst geht sie am Härtesten ins Gericht. Dadurch wirkt sie höchst authentisch und sympathisch. An ihren Thesen zu Konditionierung und Gesellschaft ist sicher auch einiges dran. Trotzdem schien mir das Buch hier und da einen Tick zu privat – immer wieder hatte ich das Gefühl, dass Situationen geschildert wurden, die mich einfach nichts angingen. Vielleicht hätte ich „Ungezähmt“ außerdem etwas kürzer gefasst – gegen Ende hatte ich den Eindruck, dass der Autorin langsam die zum Thema passenden Anekdoten ausgingen. Aber insgesamt ist ihr autobiographisches Sachbuch trotzdem inspirierend, bestens lesbar und bietet viele interessante Denkanstöße.

Verlag: Rowohlt
Seitenzahl: 352
Erscheinungsdatum: 17. November 2020
ISBN: 978-3499006210
Preis: 16,00 € (E-Book: 14,99 €)

Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten.

8. November 2020

Melisa Manrique und Manik Chander: Mama Superstar

Viva la Mama!

Dieses Buch ist voller Liebe: Mutterliebe, Tochterliebe, liebevollen Texten und Illustrationen. Schon beim ersten Blättern wird klar, dass man ein Herzensprojekt in der Hand hält, das Mütter feiern will – und zwar ganz konkrete Mütter, die (bis auf eine) aus den verschiedensten Ländern (und Gründen) nach Deutschland migriert sind und ihre Kinder fernab der eigenen Heimat und des eigenen Kulturkreises bekommen und aufgezogen haben.


Erzählt werden ihre Geschichten in "Mama Superstar" von ihren Töchtern, und sie lesen sich wie eine einzige große Liebeserklärung an die jeweiligen „Migrant Mamas“. Es wird die Migrationsgeschichte jeder Mama erzählt, hinzukommen dann noch vier weitere Anekdoten, die stets unter den jeweils eine Seite umfassenden Kategorien „Verblüfft“, „Glücklich“, „Nachdenklich“ und „Berührt“ zusammengefasst werden. Das Sprachniveau ist C1, damit das Buch nicht nur für Muttersprachler*innen und Lesende mit perfekten Deutschkenntnissen geeignet ist. Überschriften und Farbgebung sind in jedem Kapitel anders und auch die farbenfrohen Zeichnungen zeigen, dass sich die Illustratorin viele Gedanken gemacht hat, um jeder der porträtierten Frauen gerecht zu werden. Abgerundet wird die Vorstellung jeder Mutter mit einem ihrer Lieblingsrezepte.

Die Mütter kommen z.B. aus Äthiopien, Bolivien, Südkorea und Kasachstan – insgesamt sind es 11 Frauen aus 11 Ländern plus eine als Teaser für ein weiteres Buch, das die beiden engagierten Autorinnen planen. Melisa Manrique und Manik Chandler sind beide Töchter von „Migrant Mamas“, die in diesem Buch auch vorgestellt werden. Spannend fand ich, dass sogar eine Deutsche vorkommt, die „nur“ in die Niederlande migriert ist – auch das ist Migration, auch das kann einen Kulturschock auslösen, auch das bedeutet, sich mit dem Leben in einem neuen Land auseinandersetzen zu müssen.

„Mama Superstar“ feiert das Improvisationstalent, die Kraft und die Flexibilität von Müttern. Die erwachsenen Töchter, die ihre jeweiligen Mütter beschreiben, rufen dazu auf, kulturelle Vielfalt, Bonuswurzeln und Mehrsprachigkeit wertzuschätzen – und lassen dabei gleichzeitig durchblicken, dass das für das Kind einer Migrant Mama nicht immer einfach ist. Doch wer dieses Buch liest, dem wird auf wunderschöne Art und Weise vor Augen geführt, wie es das Leben bereichern kann, wenn man sich auf eine andere Kultur einlässt.

Verlag: Mentor Verlag
Seitenzahl: 147
Erscheinungsdatum: 12. März 2019
ISBN: 978-3981928969
Preis: 24,90 €

Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten.

20. September 2020

Manfred Lütz: Neue Irre! Wir behandeln die Falschen

Kurzweilig, pointiert und verständlich.

Sachbücher lese ich sehr selten – mein Blog heißt nicht umsonst „Romanregal“. Dieses hier hat mich aber gleich angesprochen, vermutlich durch den Teaser auf der Rückseite: „Donald Trump in den USA, Kim Jong-un in Nordkorea, Jair Bolsonaro in Brasilien, weltweit scheint der Irrsinn zuzunehmen.“ Wie könnte man dieser Zusammenfassung nicht zustimmen? Eine Expertenmeinung dazu kennenzulernen, erschien mir auf jeden Fall verlockend.

Manfred Lütz‘ „Neue Irre! Wir behandeln die Falschen“ ist die Neuauflage eines 10 Jahre alten Bestsellers, den der Autor aktualisiert hat – vor allem in „Vorwort“, „Vorspiel“ und „Einführung“, die sich sehr launig-flapsig lesen, bevor es richtig losgeht. Für meinen Geschmack ist der Einstieg fast zu klamaukig, aber das gibt sich, sobald Psychiater und Psychotherapeut Lütz in seinem Fachgebiet angekommen ist. Die Psyche der auf dem Umschlagrücken genannten Personen (Donald Trump, Kim Jong-un und Jair Bolsonaro) wird übrigens nur auf wenigen Seiten sehr kurz und knapp beleuchtet, aber Lütz schreibt im Folgenden so kurzweilig, pointiert und verständlich, dass ich die genannten Herren kein bisschen vermisst habe.
Bevor man zur auf dem Cover angekündigten „heiteren Seelenkunde“ kommt, geht es u.a. um verschiedene Therapieformen. Das hätte sehr theoretisch werden können, aber Lütz schafft es, sie dem Laien unterhaltsam nahezubringen. Seine Ausführungen reichert er oft mit Anekdoten an und so ist auch die spätere Darstellung sehr belastender Krankheitsbilder – wie Demenz, Sucht, Schizophrenie und Depression – flüssig und nachvollziehbar geschrieben. Ich habe vorher noch nie ein populärwissenschaftliches Sachbuch über die menschliche Psyche gelesen und fühlte mich hier bestens erstinformiert. Die zwei größten Stärken dieses intelligenten Buches sind, dass Lütz zum einen einfach gut schreiben kann – und seine Patienten zum anderen mit viel Herz und Sympathie betrachtet. Und so führt er den Lesenden immer wieder vor Augen, dass man vor „Irren“ keine Scheu haben muss; dass auch die eigene Psyche eines Tages mal Hilfe brauchen kann und dass das nicht das Ende der Welt bedeutet. Lütz nimmt psychischen Krankheiten damit Stigmatisierung und Schrecken – und macht außerdem deutlich, dass man sich vor den sogenannten Normalen mindestens genauso in Acht nehmen muss. Da fühlt man sich fast geschmeichelt, wenn der Autor am Ende des Buches tröstend schreibt, dass Leser von „Neue Irre!“ vermutlich auch nicht ganz normal sind.

Verlag: Kösel-Verlag
Seitenzahl: 208
Erscheinungsdatum: 24. August 2020
ISBN: 978-3466372683
Preis: 20,00 € (E-Book: 15,99 €)

Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten.