Temporeich und überspannt
„Verlorene Schäfchen“ scheinen alle Mitglieder der Familie Flynn zu sein – jedes auf seine Art. Da sind die Eltern Bud und Catherine, die sich auseinandergelebt haben, unzufrieden und vor allem mit sich selbst beschäftigt sind. Ihre Töchter Harper, Louise und Abigail (12, 15 und 17 Jahre alt) bleiben sich größtenteils selbst überlassen und gehen mit dieser fragwürdigen Freiheit sehr unterschiedlich um. Die im Ort extrem präsente Kirche scheint keinem der Flynns Trost zu bieten oder ernsthafte Anlaufstelle zu sein – bis Vater Bud von seinem Arbeitgeber verpflichtet wird, eine Selbsthilfegruppe seiner Wahl aufzusuchen und sich für die „Verlorenen Schäfchen“ entscheidet. Doch während Bud unverhofft wieder Boden unter den Füßen bekommt, scheinen Frau und Kinder immer mehr abzudriften. Schaffen sie es, wieder mit- statt nur noch nebeneinander her zu leben?
Der Roman liest sich amüsant und hat eine hohe Dichte an Pointen, Slapstick und Wortwitz. Die Handlung ist tragikomisch und alles Angestaute entlädt sich am Ende auf fulminante Weise. Allerdings habe ich da erst gemerkt, dass ich die Flynns doch in mein Herz geschlossen hatte. Ihre überspannte, um sich selbst kreisende Art, die abgedrehten Verhaltensweisen und das fehlende Gespür füreinander machen es gar nicht so leicht, sie sympathisch zu finden. „Verlorene Schäfchen“ ist temporeich und macht durchaus Spaß, aber das Lachen bleibt einem auch öfters im Halse stecken. Und was ist eigentlich aus Father Andrew geworden?
Verlag: Penguin Verlag
Seitenzahl: 320
Erscheinungsdatum: 13. Mai 2026
ISBN: 978-3328604518
Preis: 24,- € (E-Book: 21,99 €)










